Perlit ist ein Mischkristall aus Ferrit und Zementit, hat lamellare Struktur und ist ein eutektoider (=Zerfall einer kristallinen Phase in zwei kristalline Phasen, passiert durch Diffusion im festen Zustand) Gefügebestandteil des Stahls.
Bei Perlit liegt dieser eutektoide Punkt bei 0,83% C bei 723°C.
Mit dem Austenitzerfall beginnt die Perlitbildung.
Beim Unterschreiten der PSK-Linie klappt das kfz γ-Eisen (bis 2.06 % C lösen sich im Austenit) in das krz α-Eisen (Ferrit mit max. 0.02% C) um und zwingt den eingelagerten C, aus dem entstehenden α-Gitter herauszuwandern - C muss diffundieren und bildet mit den Fe-Atomen die Phase Fe3C (Zementit). Welchen Weg die C-Atome zurücklegen und sich anschließend mit Fe-Atomen zum Zementit formen, hängt stark von der Abkühlgeschwindigkeit ab (siehe ZTU-Diagramme).
In den nebenstehenden Bildern ist ein C75 zu sehen, der an Luft abgekühlt und übermaßig lange mit Nital geätzt wurde.
Die Zementitlamellen sind gegen einen Säureangriff um ein Vielfaches resistenter als Ferrit, daher bleiben die Lameller erhalten, wogegen sich der Ferrit stark abträgt.